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Der Ruf der Anderswelt....
Ich sehe einen Indianer; er sitzt in üblicher indianischer Haltung auf einem Felsenplateau hundert Meter über einer Ebene mit saftigen Weiden und herbstlich leuchtenden Wäldern. Es ist die Zeit des Indian Summer - sein Blick ist auf die Linie zwischen Himmel und Erde gerichtet und er schaut vor sich auf den Horizont. Er sitzt etwa 30 bis 40 Meter von mir entfernt, bisher kann ich keine Einzelheiten erkennen, nur daß er etwa fünf bis zehn Meter vom Abgrund entfernt sitzt. Vor sich, zwischen ihm und dem Abgrund leuchtet ein Feuer und der Rauch des Feuers dreht sich wie eine Spirale senkrecht in den Himmel.

Bisher verharrte ich still an meinem Platz und bewegte mich nicht . Ich bewegte mich langsam und leise auf den Indianer zu. Als ich hinter ihm stand, hatte ich einen wundervollen Blick auf die tief unter uns liegende Ebene. Nun ging ich um den Indianer herum und schaute in sein Gesicht. Seine Gesichtszüge waren ebenmäßig und wirkten völlig entspannt. Der Blick seiner schwarzen Augen drang durch mich hindurch bis in die unendlichen Weiten des Horizonts.

Ich drehte mich herum, um dem Blick des Indianers zu folgen und um zu erkennen, was er dort sah. Aber ich konnte nichts erkennen, was mir einen Anhaltspunkt hätte geben können. Nun tastete ich mich vorsichtig bis an den Rand des Felsenplateaus und schaute in die Tiefe. Unten in der Ebene sah ich eine riesige Büffelherde, ich sah, wie die Herde langsam über die Prärie zog.

Jetzt hörte ich den Schrei eines Greifvogels, und als ich in den Himmel schaute, flog über mir ein Adler. Es war, als könnte ich in die Augen des Adlers sehen, und dann mit seinen Augen schauen, wie er mich beobachtete.
Danach war die erste Reise beendet.
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Das Lied des Indianers....

Ich schaue an einer Felsenküste hinaus auf das Meer. Es ist dämmrig und mein Blick wandert zu den Felsen zurück und bleibt auf der Brandung vor mir an den Steinen haften. Eine ganze Weile beobachte ich das Spiel der Wellen mit den Felsen, sehe die Gischt aufspritzen und die Felsen überspülen. Dann - nach einem langen Moment - löst sich mein Blick und ich erkenne in einer gewissen Entfernung von mir einen Indianer auf einer Klippe stehen. Es ist derselbe wie auf der ersten Reise. Ich sehe, wie er sich im Rhythmus der Brandung wiegt. Sein Körper gleitet mit dem ablaufenden Wasser nach vorn und mit den heranbrausenden Wellen zurück. Ein Wind braust vom Meer heran, der Indianer legt die Arme und die Hände zurück, zurück in die Richtung, in die der Wind weht. Weiter geht die rhythmische Bewegung und der Indianer öffnet seinen Mund; nach einer Weile glaube ich, eine Melodie zu hören, leider kann ich die Melodie nicht nachsingen, denn noch scheint es, daß diese Melodie für mich eine tiefere Bedeutung hat. Es wird dunkel, doch ich sehe den Indianer wie unter dem Licht eines Scheinwerfers den Rhythmus der Brandung tanzen und ich vernehme die noch nicht greifbare Melodie.
Damit endet diese Reise.
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Meine nun folgende Reise war, wie soll ich sagen, etwas auseinandergerissen. Ein paar mal sah ich mich mit dem Indianer auf einem schmalen Pfad wandern. Es ging die ganze Zeit bergauf. Wenn ich ehrlich bin, es schien mir sehr anstrengend ( ich konnte es körperlich fühlen), obwohl wir auch Pferde dabei hatten (ich denke, daß wir sie wegen des schmalen Pfades nicht auf ihnen ritten).Dieses Bild sah ich häufiger, meist so, wie ich es beschreibe, manchmal aber auch ohne Pferde und in einer winterlichen Landschaft.Dann entdeckte ich einen Wolf, sein Fell war gescheckt, aber überwiegend weiß. Er stand an einem Waldrand (eher am Rande einer Lichtung, im Wald).Ich saß auf einer Art Lichtung (vom Gefühl her bin ich sicher, daß es oben auf einem Berg ist). Mir gegenüber hockte der Indianer (ich erkannte die Gesichtszüge, es war der, welcher mich damals rief). Zwischen uns brannte ein Feuer, es war kalt, wir hatten eine wärmende Felldecke um unsere Schultern gelegt.Am Rande der Lichtung stand "mein" Wolf (ich war ganz sicher: mein Krafttier).Er beobachtete uns, aber er kam nicht näher.Ich wandte mich dem Indianer zu, schaute ihn an und nach einer kurzen Weile fragte ich ihn: "Bist Du mein Lehrer" ?Aber er gab mir keine Antwort, stattdessen deutete sein Kopf zu einer Höhle, die sich hinter ihm öffnete, welche mir aber bisher nicht aufgefallen war.
Ich verstand seine Kopfbewegung als Aufforderung, diese Höhle zu betreten.
In der Höhle herrschte Dunkelheit, doch nachdem ich die Höhle betreten hatte, wurde es heller und ich ging weiter. Plötzlich bemerkte ich, daß der ganze Boden mit kleinen Schlangen bedeckt war. Im ersten Moment ergriff Panik von mir Besitz und ich spielte mit dem Gedanken, die Höhle zu verlassen. Dann beobachtete ich, jedesmal wenn ich den Fuß hob, wurde der freie Boden darunter sofort von den Schlangen bedeckt. Wenn ich jedoch den Fuß absetzte, machten die kleinen Schlangen sofort Platz. Keinem, weder den Schlangen noch mir, wurde ein Leid angetan.Ich drang tiefer in die Höhle, sie begann in schillernden, metallischen Farben zu leuchten. Grün und blau herrschten vor, aber auch gelb (gold) erschien. Einige Meter von mir entfernt entdeckte ich einen Felsvorsprung; auf diesem erkannte ich eine große Schlange. Eine Kobra stand aufrecht und ihre Schilde waren aufgefaltet. Ich bewegte mich auf die Kobra zu (sicher, daß sie mir kein Leid antun wird). Ungefähr einen Meter vor ihr blieb ich stehen.
Da, plötzlich erschien an meiner linken Seite auf Höhe meiner Hand der Wolf.
Die Kobra zischte ihn an, aber der Wolf wich nicht zurück, sondern fletschte die Zähne und begann zu knurren. Nach einer ganzen Weile, beruhigten sich die beiden.Ich fühlte mich völlig sicher und hatte keine Angst. Nach einiger Zeit fragte ich die Kobra: "Was ist meine Aufgabe (Bestimmung)?"
Auch von der Kobra erhielt ich keine klare Antwort.

Statt dessen, sah ich ein anderes Bild:
Wieder folgte ich dem Indianer, nicht weit, es schien Frühling zu sein, und er zeigte mir eine blaue Blume mit gelben Fruchtstand (sie sah aus wie eine Glockenblume).
Das Bild ist zu Ende.
Ich verließ mit dem Wolf zusammen die Höhle. Draussen spielten wir zusammen. Es war wie das Spiel der Welpen, halb Spiel halb Kampf, aber keiner wollte verletzen, sondern wir maßen spielerisch unsere Kräfte. Danach umarmte ich den Wolf und kraulte sein Fell.copyrights by Silberwolf
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Die zweite Reise zur Höhle der Kobra.....

wieder stehe ich auf der Lichtung des Bergplateaus, direkt vor der Höhle der Kobra. Aber es ist alles verändert, keine bunten Lichtreflexe, es ist halbdunkel(Zwielicht) und es gibt auch keine kleinen Schlangen auf dem Boden. Der Wolf ist auch nicht da, was mich etwas unsicher macht.
Ich gehe in die Höhle hinein und finde auf dem gleichen Felspodest die Kobra und wir schauen uns einige Zeit in die Augen. Eine ganze Weile passiert nichts. Die Kobra züngelt, ich stehe ihr reglos mit sicherem Abstand gegenüber und wir schauen uns nur an. Ich empfinde keine direkte Angst und bin ziemlich gelassen, obwohl ich mich schon frage, warum ich allein bin, der Wolf nicht da ist. Ich stelle mir die Frage, ob meine Entscheidung, die Cobra zu bereisen, richtig war. Es scheint mir, als würde mich die Kobra mustern und abschätzen, ob ich den kommenden Aufgaben und Prüfungen gewachsen bin.
Ich trat die Reise mit der im voraus gestellten Frage an, was die Kobra zu bewachen scheint. Stelle ihr diese Frage noch mal, als ich nach einer Weile das Schweigen breche.
Ihre Reaktion auf meine Frage ist eine Art schlängeln auf der Stelle, wobei ihr aufgestellter Kopf mit den geblähten Schilden völlig regungslos verharrt. Der restliche Körper schlängelt sich in einer kreisförmigen Wellenbewegung. Dabei sehe ich hinter ihrem Körper eine Felsspalte und ich habe das Gefühl, daß ich diese Felsspalte entdecken sollte. Nachdem ich die Spalte gesehen habe, wird die Kobra wieder ganz ruhig und scheint zu erstarren. Ich gehe langsam auf sie zu und kann nicht erklären warum, aber ich schiebe meine linke Hand unter ihren Körper hindurch in Richtung des Felsspaltes. Die Kobra bleibt ruhig, sie bedroht mich nicht, im Gegenteil, ich habe das Gefühl, daß die Kobra ihren Körper anhebt, um mir den Zugang zu erleichtern. Ich bin der Kobra jetzt sehr nah, unsere Augen sind auf einer Höhe und ich schaue wie gebannt in ihre Augen. Mir ist ziemlich mulmig. Um sie nicht zu erzürnen, beginne ich an eine Melodie zu summen (ähnlich wie ein Fakir), eine Art Singsang und wiege meinen Oberkörper dazu im Rhythmus. Während wir uns im Rhythmus der Melodie hin und her bewegen, tastet die Schlangenzunge mein Gesicht ab. Die Spitzen ihrer gespaltenen Zunge sind wie ganz feine Nadelspitzen, die mein Gesicht berühren. Es tut nicht weh, aber besonders angenehm ist es auch nicht.
Weiter im Rhythmus der Melodie entnehme ich der Felsspalte ein Schlangenei; da ich aber nichts damit anfangen kann, lege ich es wieder zurück und greife noch einmal in die Spalte. Nun halte ich eine junge Kobra in der Hand. Ich trete einen Schritt zurück und schaue mir das Tier an. Plötzlich wird die junge Schlange lebendig und ich beobachte, wie sie blitzschnell in meinen Körper eindringt.
Panik ergreift mich, doch dann - es ist wie ein Aufatmen - spüre ich ein angenehmes Gefühl von Kraft meinen Körper durchströmen. Ich sehe, wie hinter einem Nebel gelbe Rauchwolken zu Rauchkringeln werden und auf mich zuwehen. Es sind insgesamt vier dieser Rauchkringel und es ist, als ginge ich durch diese Kringel hindurch. Nach einer Weile sind der Nebel und der Rauch verschwunden und ich stehe wieder in der Höhle. Da verlässt die junge Kobra meinen Körper und die Öffnung verschließt sich, ohne daß etwas sichtbar bleibt.
Mit dem Verlassen der Höhle kehre ich zurück in die reale Wirklichkeit.
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